Mit Sicherheit krisensicher

03.04.2020 - Drei Wochen Corona-Krise - die gemeinnützige ARA Flugrettung zieht eine erste Bilanz. Trotz zahlreicher neuer Herausforderungen hat man bei den rot-weiß-roten Flugrettern die Ausnahmesituation voll im Griff. Den ersten Corona-Alarm gab´s bereits am 4. Februar.

So richtig losgebrochen ist die Corona-Krise in Österreich rund um den 12. März. Aber bereits am 4. Februar gab es bei der ARA Flugrettung in Kärnten erstmals Corona-Alarm. „Bei einem Nachteinsatz in den Nockbergen lagen entsprechende Symptome vor und der Patient gab an, kurz zuvor mit chinesischen Arbeitskollegen in Kontakt gewesen zu sein“, erzählt der ärztliche Leiter der ARA Flugrettung, Gernot Aichinger. Glücklicherweise war´s ein Fehlalarm, denn schon am nächsten Tag sorgte das angeflogene Krankenhaus für Entwarnung: Test negativ.

 

Dieser Vorfall hat aber auch dazu beigetragen, dass sich die ARA-Stationen Fresach (Kärnten) und Reutte (Tirol) – wie sich jetzt zeigt – als absolut krisensicher erweisen. „Wir waren ganz grundsätzlich schon gut vorbereitet. Dieser vermeintliche Corona-Einsatz in Kärnten hat aber für eine zusätzliche Sensibilisierung gesorgt. Dadurch haben wir uns auf die außergewöhnliche Gefahrenlage frühzeitig und noch professioneller einstellen können“, erklärt ARA-Geschäftsführer Thomas Jank. Dass die notfallmedizinische Versorgung aus der Luft in gewohntem Umfang und mit der üblichen Qualität aufrechterhalten werden kann, ist alles andere als selbstverständlich, denn die Pandemie bringt speziell für die Luftrettung einige spannende Herausforderungen mit sich.

 

Herausforderung Einsatztaktik: Derzeit wird bei jedem Einsatz angenommen, dass der Patient mit Covid-19 infiziert ist. Das bedeutet: Bereits vor dem Abflug muss die Schutzausrüstung angelegt werden. Beim Eintreffen am Unfallort erfolgt – wenn möglich – beim Patienten eine kurze Abklärung auf eine mögliche Infektion. Denn Covid-19-Verdachtsfälle sollen – so medizinisch verantwortbar – primär bodengebunden transportiert werden, um den Notarzthubschrauber möglichst nicht zu kontaminieren und seine Einsatzfähigkeit durch eine zeitintensive Desinfektion nicht zu gefährden.

 

Herausforderung Schutzausrüstung: Notarzt und Flugretter absolvieren derzeit die Einsätze obligatorisch mit Schutzanzug, Schutzmaske, Schutzbrille und Schutzhandschuhen. Sogar Pilot und Windenoperator, die im Regelfall keinen direkten Patientenkontakt haben, tragen präventiv eine Schutzmaske. Bei der ARA Flugrettung wird diese Schutzbekleidung auch in „normalen“ Zeiten in ausreichendem Maße vorgehalten. Doch die nun notwendige - materialintensive - Einsatztaktik führt früher oder später unweigerlich zu einem Engpass. „Unsere bewährten Bezugsquellen versiegen zunehmend. Deswegen vertrauen wir darauf, dass die öffentliche Hand hier helfend einspringt und nach den praktischen Ärzten und den Krankenhäusern nun auch uns mit Schutzmaterial versorgt“, hofft der stellvertretende ARA-Geschäftsführer Andreas Grießer.

 

Herausforderung Personal: Die ARA Flugrettung verfügt über eine solide Personaldecke. Wäre dem nicht so, hätte der Flugbetrieb wohl schon eingeschränkt werden müssen. Denn das gesamte heimische Flugrettungswesen ist abhängig von nebenberuflichen Mitarbeitern. Und diesen wird der systemrelevante Nebenjob bei der Flugrettung nun in der Krise von den Hauptarbeitgebern zunehmend verunmöglicht. „Teilweise mit bedenklichen Auswüchsen. Hier gibt es nach der Krise sicher Gesprächsbedarf“, so Thomas Jank. Erfreulich: Bis dato hat sich niemand aus der ARA-Crew mit dem Corona-Virus infiziert.

 

Herausforderung Einsatzzahlen: Kaum Individualverkehr auf den Straßen, de facto keine Sport- und Freizeitaktivitäten – in Folge der Ausgangsbeschränkungen entwickeln sich die Einsatzzahlen extrem rückläufig. Während die ARA Flugrettung im März 2019 noch 145 Einsätze absolvierte, waren es heuer „nur“ noch 100. „Und im April und Mai wird der Rückgang wohl noch deutlicher“, vermutet ARA-Geschäftsführer Thomas Jank. Diese Entwicklung stellt das gemeinnützige Unternehmen natürlich vor wirtschaftliche Herausforderungen: „Beispielsweise haben wir gegenüber dem Land Kärnten eine vertragliche Vorhalteverpflichtung. Die daraus resultierenden fixen Vorhaltekosten fallen weiterhin an, doch die zur Kostendeckung notwendigen gesetzlichen Einnahmen aus den Einsätzen fehlen nun weitgehend.“

 

Für die gemeinnützige ARA Flugrettung arbeiten aktuell 80 Personen: 12 Piloten, neun Windenoperator (HEMS-TC), 21 Flugretter, 32 Notärzte und sechs Verwaltungskräfte. Geflogen wird immer mit einer vierköpfigen Crew (Pilot, Windenoperator, Flugretter, Notarzt), die bei Bedarf um weitere Spezialkräfte (Bergretter, Fachärzte, Intensivpfleger, Hundeführer bei Lawineneinsätzen…) ergänzt werden kann.

 

Die ARA Flugrettung wurde 2001 gegründet. Das Unternehmen mit Sitz in Klagenfurt, das mit dem Kärntner Roten Kreuz kooperiert, gehört zur DRF-Gruppe und betreibt in Österreich aktuell mit Fresach (Kärnten) und Reutte (Tirol) zwei Standorte.

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