Unterstützung von unten für Hilfe von oben

26.03.2021 - Die ARA Flugrettung hat kürzlich einen Förderverein aus der Taufe gehoben. Als Partner konnte der Kärntner Energieversorger Kelag gewonnen werden. Erste Investition: Eine professionelle Simulationspuppe für das Training der Flugretter und Notärzte. 

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 (Foto ARA/Götzhaber): Die Kooperation mit der Kelag hat es möglich gemacht: Für das regelmäßige Training der Flugretter und Notärzte wurde eine professionelle Simulationspuppe angeschafft und kürzlich von Werner Pietsch (rechts), Leiter der Kelag-Konzernkommunikation, an den leitenden ARA-Flugretter Philipp Heidenreich in Fresach offiziell übergeben. 

Seit nunmehr knapp 20 Jahren ist die gemeinnützige ARA Flugrettung fixer Bestandteil des Kärntner Rettungssystems. Das rot-weiß-rote Unternehmen mit Sitz in Klagenfurt betreibt von den Stützpunkten Fresach und Reutte aus professionelle Flugrettung auf höchstem Niveau. Doch eine perfekte notärztliche Versorgung aus der Luft verursacht für den Betreiber auch hohe Kosten. Aufwendungen, die zwar dafür sorgen, dass Menschenleben gerettet werden, die jedoch in Österreich nicht immer zur Gänze aus öffentlichen Mitteln abgedeckt werden. Das Kernproblem dabei: Eine über das übliche Ausmaß hinausgehende Qualität in der Flugrettung wird von der öffentlichen Hand nicht honoriert. Dabei ist es aber vielfach genau diese außergewöhnliche Qualität, die im Ernstfall den lebensrettenden Unterschied ausmachen kann. 
 
„Wir fliegen mit einer vierköpfigen Crew, arbeiten mit einer fix verbauten Rettungswinde, können medizinisches Gerät anbieten, wie es sonst nur auf der Intensivstation einer Klinik zu finden ist, und setzen mit der H145 den derzeit weltweit modernsten, nachtflugtauglichen Notarzthubschrauber ein“, erläutert Geschäftsführer Thomas Jank die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale der ARA Flugrettung. 
 
Um diese hohe Qualität in der Notfallmedizin der Kärntner Bevölkerung weiterhin möglichst umfassend anbieten zu können, hat die ARA Flugrettung kürzlich einen eigenen Förderverein aus der Taufe gehoben. „Mit diesem Verein wollen wir seriös und transparent über private Spenden ansatzweise jene finanziellen Mittel aufbringen, die die öffentliche Hand nicht zur Verfügung stellt, die aber für die Aufrechterhaltung der derzeitigen hohen Qualität zwingend notwendig sind“, erklärt Jank. Der neue Förderverein steht unter dem Motto: „Auch Hilfe von oben braucht manchmal Unterstützung von unten.“  
 
Das erste Unternehmen, das dem Förderverein als Sponsoring-Partner „von unten“ unterstützend zur Seite steht, ist der Kärntner Energieversorger Kelag. „Notfallmedizinische Versorgung auf einem Niveau, wie sie die ARA Flugrettung betreibt, ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit und verursacht extreme Kosten. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, diese perfekte Versorgung für die Kärntner Bevölkerung auch für die Zukunft sicherzustellen. Diese Kooperation, die mithilft Menschenleben zu retten, ist auch für uns eine echte Herzensangelegenheit“, so Werner Pietsch, Leiter der Kelag-Konzernkommunikation über die Beweggründe der Kelag, die ARA Flugrettung als Partner zu unterstützen. Durch das Sponsoring der Kelag wurde bereits die erste zusätzliche Investition in den Erhalt und den weiteren Ausbau der Flugrettungs-Qualität möglich. „Wir haben eine spezielle Simulationspuppe angeschafft, an der künftig Notärzte und Flugretter für den Ernstfall unter professionellen Bedingungen trainieren können“, freut sich der leitende ARA-Notarzt Gernot Aichinger. 
 
Für die gemeinnützige ARA Flugrettung arbeiten aktuell 73 Personen: 9 Piloten, neun Windenoperator (HEMS-TC), 19 Flugretter, 28 Notärzte und acht Verwaltungskräfte. Geflogen wird immer mit einer Viermann-Crew (Pilot, Windenoperator, Flugretter, Notarzt), die bei Bedarf sogar noch um weitere Spezialkräfte (Bergretter, Fachärzte, Intensivpfleger, Hundeführer bei Lawineneinsätzen…) ergänzt werden kann. 
 
Die ARA Flugrettung wurde 2001 gegründet. Im August dieses Jahres feiern die rotweiß-roten Flugretter ihr 20-jähriges Bestandsjubiläum. Das Unternehmen, das mit dem Kärntner Roten Kreuz kooperiert, gehört zum DRF Luftrettungs-Konzern und betreibt in Österreich aktuell mit Fresach (Kärnten) und Reutte (Tirol) zwei Standorte.